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SOS Botschaft für Kinder in Berlin auf der Shortlist für den deutschen DAM Preis für Architektur 2019.

© Marc Winkel-Blackmore
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Seit 2007 werden mit dem DAM Preis für Architektur in Deutschland jährlich herausragende Bauten in Deutschland ausgezeichnet. Für den Preis für Architektur in Deutschland nominiert das Museum - seit 2016 unter Berücksichtigung von Vorschlägen der Architektenkammern - 100 bemerkenswerte Gebäude oder Ensembles. Eine Expertenjury trifft unter den Nominierungen in einem nächsten Schritt die Auswahl zu den rund 20 Bauten der Shortlist. Die SOS Botschaft für Kinder in Berlin ist eine dieser 20 Bauten.
Mit der „Botschaft für Kinder“ entstand in Berlin-Moabit ein Bildungs- und Begegnungszentrum des SOS-Kinderdorfs. In das Gebäude sind die bisherigen Angebote des SOS-Berufsausbildungs- und Tagungszentrums zur beruflichen Orientierung und Qualifizierung von jungen Menschen mit Förderbedarf und neue soziale Projekte für Menschen mit Behinderungen integriert. Kinder, Jugendliche, Eltern und Erwachsene werden hier von rund 70 erfahrenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei ihren individuellen Bedürfnissen beraten, betreut oder ausgebildet. Ein Familiencafé und eine Tagesbetreuung sowie 28 Gästezimmer komplettieren das Angebot.

Die Kinderbotschaft sollte ein offenes Haus für alle werden, das spiegelt sich auch im Entwurf der Ludloff+Ludloff Architekten BDA aus Berlin wider. Diese entschieden sich für eine filigrane Holz-Glas-Fassade, damit viel Licht in das für Veranstaltungen nutzbare Foyer dringen kann. Rubner Holzbau Augsburg realisierte sowohl die Fassade als auch die vorgefertigten Wandelemente für die oberen vier der insgesamt sechs Stockwerke. Die Fassade der ersten beiden Etagen besteht aus 800 m2 Pfosten-Riegel-Fassade in Brettschichtholz Fichte, für die beiden oberen Stockwerke wurden 1.407 m2 vorgefertigte Wandelemente mit Robinien-Schalung verbaut, das als härtestes und dauerhaftestes Holz Europas gilt. Mit den 3,90 x 10,60 m großen Elementen war die Gebäudehülle schnell geschlossen.

Die hölzerne Gebäudefassade wird von einer optisch anspruchsvollen textilen Membranfassade mit fixen und verschiebbaren Elementen umhüllt. In den unteren Geschossen sorgen große Markisen für Sonnenschutz und farbliche Akzente. Durch die Verwendung von Hölzern, Textilien und Glas entstehen spannende Materialkontraste und charakterisieren so das Ergebnis einer erfolgreichen Hybridbauweise.

Bauherr: SOS-Kinderdorf e.V., München (DE)
Architekten: ludloff + ludloff Architekten BDA, Berlin (DE)
Ingenieurbüro: ARUP GmbH, Berlin (DE)
Holz- und Fassadenbau: Rubner Holzbau, Augsburg (DE)

Größe
  • 1.407 m² Wandelemente mit Robinienschalung und vorgehängter Membranfassade als Sonnenschutz
  • 800 m2 Pfosten-Riegel-Fassade in Fichte, grau lasiert mit Markisen

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