Presseinformation vom 04.11.2019

Die verborgenen Weltmeister der MTI.

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Innovative Produkte wie Edelstahl-Großküchenmöbel, werden von Unternehmen hergestellt, die einerseits zur Metalltechnischen Industrie NÖ zählen, andererseits ‚Hidden Champions‘ sind.

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Was verbindet Abgasnachbehandlungssysteme von Verbrennungsmotoren aus St. Aegyd am Neuwalde, Glasmaschinen und Automationslösungen aus Seitenstetten mit Holz-Schrauben sowie Edelstahl-Großküchenmöbel aus Hainfeld? Diese innovativen Produkte werden von Unternehmen hergestellt, die einerseits zur Metalltechnischen Industrie NÖ zählen, andererseits ‚Hidden Champions‘ sind. Mit ihren Erzeugnissen besetzen diese NÖ Firmen kleine Nischen und gehören trotzdem zu den Weltmarktführern.


Die Ursprünge der METAGRO Edelstahltechnik, ein in Hainfeld (Bezirk Lilienfeld) angesiedeltes Unternehmen, liegen mehr als 45 Jahre zurück. Damals startete die Produktion mit Edelstahl-Ergänzungsmöbeln für große Serienproduzenten. Nach und nach wurde das Produkt-Portfolio immer weiter ausgebaut und nun genießt der Betrieb bereits seit Jahrzehnten einen sehr guten Namen als Produzent für Gesamt-Kücheneinrichtungen. Von der Blechanlieferung bis zum Versand der fertigen Möbel wird alles innerhalb der Werkshallen erledigt. Das Produktportfolio umfasst ganze Küchen für die Gastronomie, für Hotelketten und Großbetriebe, die rund 90 Prozent zum Jahresumsatz von 10,89 Millionen Euro beitragen.

Kompetenz über Jahre aufgebaut
„Wir setzen nicht nur auf Design und Optik, sondern vor allem auf Qualität – sowohl beim Produkt als auch der Betreuung und dem Service. Unsere Anfertigungen sind für Generationen ausgelegt. Zahlreiche Kunden sind auch nach einem Zeitraum von über 20 Jahren noch höchst zufrieden mit Ihren noch immer intakten Küchen“, erklärt Marketingleiter Daniel Berger. Über die Jahrzehnte bauten sich die Metalltechniker ihr Wissen rund um die Edelstahlverarbeitung auf und erarbeiteten sich einen Expertenstatus. Die Mitarbeiterfluktuation beträgt weniger als drei Prozent und die ausgebildeten Lehrlinge bleiben als Fachkräfte im Unternehmen.

„Wir hatten über Jahre und Jahrzehnte ein gesundes Wachstum und arbeiten sehr lösungsorientiert. Mit einem Team von mittlerweile über 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern setzen wir auch kundenspezifische Sonderlösungen Tag für Tag um“, erzählt Vorstand Wolfgang Schindlecker über die Entwicklungsarbeit. METAGRO erwirtschaftet maßgeblich mit Exporten in die D-A-CH-Region ihre Absatzzahlen, aber auch in Länder wie Belgien und Tschechien wird geliefert.

Hohe Spezialisierung der Global Player
Ein anderer Hidden Champion ist LiSEC Austria aus Seitenstetten (Bezirk Amstetten). Dieses Unternehmen entwickelt seit fünf Jahrzehnten innovative Einzel- und Gesamtlösungen im Bereich der Flachglasverarbeitung und -veredelung. Die Produkte kommen weltweit zum Einsatz, u.a. im Bereich von Glasfassaden oder bei Photovoltaik-Modulen. Diese Spezialisierung auf innovative Produkte bedarf auch zahlreicher Facharbeiter im kleinen Sektor der Glasmaschinenbranche. Diese Arbeitskräfte werden seit Jahren verstärkt im eigenen Werk ausgebildet, um sie danach global einsetzen zu können.

„Nicht zuletzt die Möglichkeit, sowohl Maschinen und Anlagen als auch komplette Softwarelösungen bis hin zum Auftragsmanagement für Glas-Verarbeiter aus einer Hand bieten zu können, macht LiSEC in der Branche einzigartig“, gibt LiSEC-CEO Gottfried Brunbauer einen Einblick in einen der Erfolgsfaktoren des Maschinenbauers.

„Made in NÖ“ setzt sich international durch
Die Nachfrage nach „Made in NÖ“ scheint ungebremst. Knapp 80 Prozent der gesamten Produktion gehen ins Ausland. Durch diese internationalen Kontakte haben die Unternehmen der Metalltechnischen Industrie NÖ auch einen besseren Zugang zu weiteren Märkten und neuen Technologien, müssen sich gleichzeitig aber auch mit ihren Ideen und Leistungen im Wettbewerb behaupten.

Dafür besitzen die niederösterreichischen Vorzeigebetriebe keine patentierten Erfolgsformeln. Sie haben ihre Erfahrungswerte und ihre Vorstellungen. ‚Aktiv dem Kunden Zuhören‘ wird immer wieder genannt, ‚flexibel sein und auf Kundenwünsche eingehen‘ ebenfalls. Umfassendes Service, Produktqualität und das Einhalten versprochener Liefertermine seien weitere Erfolgskriterien, um konkurrenzfähig zu bleiben. All diese Faktoren haben dazu beigetragen, dass die Unternehmen zu dem wurden, was sie heutzutage darstellen: verborgene Champions in ihren Nischen.

„Heutzutage reicht es nicht mehr, nur qualitativ hochwertige Produkte herzustellen“, pflichtet der Obmann der Fachgruppe Metalltechnische Industrie NÖ, Veit Schmid-Schmidsfelden, den Erkenntnissen der Unternehmer bei. „Genauso wichtig ist es nämlich, sich immer wieder an neue Gegebenheiten anzupassen. Dadurch bleiben unsere Betriebe international konkurrenzfähig, denn diese Offenheit für Neues ist ein entscheidender Wettbewerbsvorteil, zugleich eines der Erfolgsgeheimnisse der Metalltechnischen Industrie.“

Vom Muster zur Marktreife – den Kunden im Fokus
Offen sein für Neues zählt auch zu den Prämissen von Hans-Christian Schlesinger. Der Geschäftsführer der Roth-Technik Austria (RTA) aus St. Aegyd am Neuwalde (Bezirk Lilienfeld) befindet sich extern auf der Suche nach den neuesten Technologien und intern befürwortet er neue Produktentwicklungen. Auch um die maßgeschneiderten Systeme für die umweltgerechte Abgasnachbehandlung und Schalldämpfung von Verbrennungsmotoren für den On-Road-, Off-Road- und Non-Road-Bereich weiter zu optimieren. 90 Prozent der Produkte werden exportiert, wobei die Hauptabnehmer in Deutschland und Polen beheimatet sind.

„Wir haben gut ausgebildete Mitarbeiter, die auch genau zuhören, was unsere Kunden benötigen, wir pflegen eine enge Kundenbindung und agieren extrem flexibel“, umschreibt Geschäftsführer Schlesinger die Ausrichtung des Regionalbetriebes. „Unsere hohe Qualität gepaart mit Innovation sind unser Schlüssel zum Erfolg.“

Knapp zwölf Prozent der Mitarbeiter bei RTA sind im Entwicklungsbereich einschließlich des Musterbaus tätig, um vorausschauend Ideen mittels interner Projekte zur Marktreife zu führen. Dabei werden Meilensteine definiert, die Maßnahmen einem Tracking unterzogen, um zu evaluieren, ob eine Weiterverfolgung Sinn macht. Dabei sind aber alle sehr kundenorientiert unterwegs und beantworten die Frage: was bringt es unseren Kunden tatsächlich?

Vorausschauender Richtungswechsel
Relativ früh entschied sich Schmid Schrauben aus Hainfeld für eine Kurskorrektur. Bereits in den 1990er Jahren setzten die Verantwortlichen des 160 Mitarbeiter zählenden Betriebes im Gölsental auf die Entwicklung von Holzbauschrauben, also zu einem Zeitpunkt, zu dem von mehrgeschossigen Holzbauten und Hybridbauweise bzw. von Energiebilanzen und Nachhaltigkeit noch nicht die Rede war.

„Wir haben uns früh genug entschieden und eigene Kernkompetenzen entwickelt. Dafür beschäftigen sich drei bis vier Mitarbeiter im Innovationsbereich sehr lösungsorientiert mit der technischen Weiterentwicklung unserer Produkte“, erzählt Marketingleiter Markus Tadler. „Nun agieren wir am Puls der Zeit, überzeugen mit schnellen Zustellungen und beliefern klassische Holzbauländer in Europa wie Südtirol, die D-A-CH-Region als auch Skandinavien. Unsere Produkte sind aber auch in Nordamerika, Neuseeland und Australien stark nachgefragt.“  

Gewinner beim NÖ Innovationspreis
Eben erst hat das Unternehmen beim NÖ Innovationspreis 2019 mit einer neuen patentierten Schraubengeometrie, die Verschraubungen im Hartholz ohne Vorbohren ermöglicht, eine Auszeichnung erhalten. Dafür gingen sie eine zweieinhalbjährige Forschungskooperation mit der TU Graz ein, die tausende Versuche durchführte, um die höhere Festigkeit zu testen und für die Schraube die baurechtliche Zulassung zu gewährleisten. Vor allem die klimatischen Veränderungen und Schädlinge wie der Borkenkäfer sind dafür verantwortlich, dass sich vermehrt Laubholz (= Hartholz) am Markt befindet und eine neue Schraubentechnologie gefragt war. „Mit unserer neuen Schraube können wir Hartholz ohne Vorbohren direkt verschrauben. Das bedeutet eine enorme Zeitersparnis“, erklärt Markus Tadler.

Die Entwicklung schreitet stetig voran. So arbeiten die Techniker an einer neuartigen Schraube, die Schwingungen abfedert und Verformungen mit aufnimmt. Damit künftig in Erdbebengebieten die Schraube nicht ein Teil des Bauproblems, sondern die einzigartige Lösung darstellt.

Facts & Figures:
Die Metalltechnische Industrie ist die Schlüsselindustrie und Job-Motor in Niederösterreich. Sie umfasst alle Unternehmen aus den Industriezweigen Maschinenbau, Anlagenbau, Stahlbau, Metallwaren und Gießerei. Mit über 310 Unternehmen und über 26.300 Beschäftigten erwirtschaftet die Metalltechnische Industrie NÖ pro Jahr einen Produktionswert von 7,3 Milliarden Euro. Die mittelständisch strukturierte Branche stellt das Rückgrat der industriellen Beschäftigung in Niederösterreich dar.

Zahlen für NÖ:
•    26.366 unselbständig, beschäftigte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
•    313 Unternehmen
•    7,3 Mrd. Euro Produktionswert (davon 5,2 Mrd. Euro Umsatz im Ausland)
•    12,4 Prozent des Bruttoregionalprodukts von NÖ erwirtschaftet die Branche
•    971 Lehrlinge – das entspricht rund 40 Prozent der Industrielehrlinge
•    rund 80 Prozent KMU
•    rund 85 Prozent Familienbetriebe
•    23 Prozent aller NÖ Exporte
•    über 115 Mio. Euro F&E-Ausgaben jährlich

Weitere Informationen unter: www.mti-noe.at

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