Presseinformation vom 17.07.2019

Das HTL-Land Niederösterreich.

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Mit 14 technischen Schulen an 16 Standorten besitzt Niederösterreich den Ruf als Ausbildungs-Vorzeigeland mit der größten Schul-Dichte. Höhere Technische Lehranstalten (HTL), technische Fachschulen und Sonderformen wie technische Kollegs oder Aufbaulehrgänge bieten 19 verschiedene Fachrichtungen. Sie bilden die entscheidende Basis für die hochqualifizierten Fachkräfte für die Betriebe der Metalltechnischen Industrie NÖ.

„Die HTL-Ausbildung ist einer der Gründe, warum Österreich heute auf dem wirtschaftlichen Status steht, auf dem wir uns befinden. Die Schule verbindet Theorie mit Praxis auf höchstem Niveau und ist demzufolge extrem wertvoll für die Industriebetriebe“, erklärt Robert Pollmann, Geschäftsführer der Pollmann International GmbH. Das Waldviertler Unternehmen mit Sitz in Karlstein agiert als internationaler Partner der modernen Automobilindustrie und verbindet Metall, Kunststoff sowie Elektronik zu hoch komplexen Mechatronik-Bauteilen. Robert Pollmann: „Es gibt weltweit keine vergleichbare Schule und die HTL-Ausbildung kann als Wettbewerbsvorteil für Österreich verbucht werden.“

Dass HTL-Absolventen von der Industrie NÖ nach wie vor stark nachgefragt sind, liegt nicht nur an der hochqualifizierten Ausbildung in Bezug auf ihr Alter, sondern vor allem an ihrem umfassenden, technischen Basiswissen. Durch ihren Reifeprozess sind sie befähig, systematisch zu arbeiten und sich in verschiedenste technische Prozesse rein zu denken, um Aufgabenstellungen zu lösen. Zudem besitzen sie Team- und Führungsqualität und tragen problemlos Verantwortung für Mitarbeiter und für Produkte.

Technikaffinität, Expertenwissen und soziale Kompetenz als Anforderungsprofil
„Im Produktionsbetrieb der Zukunft werden ‚Dirigenten‘ und Koordinatoren gefragt sein“, weiß Veit Schmid-Schmidsfelden, der Obmann der Metalltechnischen Industrie Niederösterreich. „Die Fachkraft von morgen braucht neben einem soliden technischen Grundverständnis, natürlich auch Expertenwissen und die soziale Fähigkeit im Team zu arbeiten. Eine HTL-Ausbildung bildet dafür eine wesentliche Grundlage.“

Wittmann Battenfeld, ein weltweit führender Hersteller von Spritzgießmaschinen und Anlagen für die Kunststoff verarbeitende Industrie, ist mit eigenen Vertriebs- und Servicegesellschaften als auch Vertretungen weltweit präsent. Das Unternehmen beschäftigt zahlreiche HTL-Absolventen mit den Ausbildungsschwerpunkten Maschinenbau, Elektrotechnik, Robotik, Kunststoff als auch Hardware-/Software-Entwicklung nicht nur im klassisch technischen Bereich wie Konstruktion und Entwicklung, sondern auch im Einkauf und im Vertrieb, wo technisches Wissen unabdingbar ist.

„Neben einschlägigen fachlichen Kenntnissen, wie die Beherrschung von CAD-Systemen, Kenntnissen in den Bereichen Hydraulik/Pneumatik sowie in Programmiersprachen bzw. im Bereich der Verfahrenstechnik, sind für uns die Fähigkeit zu lösungsorientiertem Arbeiten und analytischem Denken sowie, aufgrund unserer internationalen Ausrichtung, auch gute Englischkenntnisse wichtig“, beschreibt Geschäftsführer Rainer Weingraber notwendige Voraussetzungen, um hinzuzufügen: „Unsere Erfahrungen mit HTL-Absolventen sind sehr positiv.“

Technische Schulen im Wettbewerb
In Niederösterreich werden in 14 technischen Schulen an 16 Standorten die Techniker von morgen ausgebildet. Die Bandbreite der Fachrichtungen umfasst neben den klassischen Fächern wie Maschinenbau, Elektrotechnik und Bautechnik auch zukunftsorientierte Disziplinen wie Biomedizin, Lebensmitteltechnologie oder Gesundheitstechnik. Darüber hinaus gibt es Ausbildungsnischen in den Bereichen Uhrentechnik, Flugtechnik oder Design.

Diese Spezialisierungen zeitigen Erfolge. Beim diesjährigen Innovations-Wettbewerb „proHTL NÖ“, eine Initiative der Metalltechnischen Industrie NÖ gemeinsam mit der Chemischen Industrie NÖ, gewannen die HTL Wiener Neustadt mit ihrem Projekt „Open Artificially Intelligent Robots Laboratory“ und die HTL St. Pölten für ihr Projekt „DrainGarden – Nachhaltige Technologie für eine bessere Umwelt“ das Preisgeld. Erstere adaptieren das ehemalige Heizhaus der HTL Wiener Neustadt zu einem Drohnenlabor. In St. Pölten widmeten sich die Schülerinnen und Schüler der maximalen Wasserrückhaltung durch spezielle Substrate bei heftigem Regen mit positiver Wirkung für Abwasserqualität und Raumklima.

Im Schuljahr 2018/19 besuchten 10.853 Schülerinnen und Schüler technische Ausbildungseinrichtungen in Niederösterreich, davon knapp drei Viertel eine fünf Jahre dauernde HTL. Weitere 15 Prozent besuchten eine technische Fachschule mit ihrer 4-jährigen Ausbildungsdauer. In den insgesamt 475 Klassen beträgt die Anzahl der Schülerinnen nicht ganz 14 Prozent, die Zahl der Absolventinnen und Absolventen liegt jährlich bei fast 2.300 Abgängern mit Reife- und Diplomprüfung sowie viel Praxiserfahrung.

Gute Kontakte zwischen Schulen und Unternehmen
Denn während der Schulzeit gibt es zahlreiche Verknüpfungen mit den niederösterreichischen Industrieunternehmen. Neben regelmäßigen Firmenexkursionen müssen die Schülerinnen und Schüler auch zwei Mal eine Ferialpraxis absolvieren (Robert Pollmann: „Wir nehmen jährlich zehn bis fünfzehn Jugendliche zur Ferialpraxis auf.“) oder schreiben ihre Projektarbeiten für einen Betrieb. Dabei vernetzt die „Diplomarbeitsbörse“ die HTL-Schüler mit den NÖ Industriebetrieben, um praxisorientierte Fragenstellungen in der Arbeit abzuhandeln.

„Ein Schüler der HTL Mödling mit Fachrichtung Maschinenbau/Anlagentechnik hat mit seinem Projekt „Lager“ mitgewirkt, unseren Lagerbereich zur Optimierung des innerbetrieblichen Transports umzustrukturieren. Uns faszinierte der lösungsorientierte Zugang zur Aufgabenstellung und das Projekt ist mittlerweile erfolgreich umgesetzt“, erzählt Wittmann Battenfeld- Geschäftsführer Rainer Weingraber.

Die HTL Mödling zählt mit ihren 3.500 Schülern zu den größten Schulen Europas. Sie nutzt Partnerschaften für Firmen- und Werksbesuche und richtet seit sieben Jahren alljährlich im Jänner einen „Recruitingtag“ in der Turnhalle aus. Dabei haben 60 bis 70 Firmen auf Messeständen die Möglichkeit, sich den Schülern als potentieller Arbeitgeber zu präsentieren. Aber auch in der Nachwuchsförderung geht die Schule neue Wege: in der letzten Augustwoche findet eine Kinder-HTL statt, wo 200 Kids Technik spielerisch erlernen können.

HTL als erfolgreiches Ausbildungsmodell über Jahrzehnte
„Das gute, alte HTL-Modell gilt weltweit als einmalig, denn unsere Absolventen besitzen im Alter von 19 Jahren das Rüstzeug für Industrie- und Wirtschaftsberufe. Vor allem die Mischung aus Fachtheorie und Fachpraxis macht den Unterschied, weil unsere Schülerinnen und Schüler während ihrer Ausbildung mindestens drei Jahre auch Werkstätten-Unterricht beispielsweise in der Dreherei, der Fräserei, der Schweißerei oder einer Tischlerei erhalten haben“, beurteilt Direktor Harald Hrdlicka von der HTL Mödling die Vorzüge des Schulsystems.

Mittlerweile reagieren die Schulverantwortlichen auch auf die Anforderungen der Wirtschaft, indem die Lehrpläne adaptiert werden oder sie mit ihren autonomen Freiheiten Schwerpunkte setzen. So beispielsweise auch die HTL Karlstein, die neue Lernbereiche wie Gebäudemechatronik oder Smart Technologies anbietet bzw. ausbaut, oder in der Erarbeitung von Problemlösungen für Betriebe mit jener Software agiert, die auch bei den Firmen eingesetzt wird.

„Was kostet eine HTL-Ausbildung?“, fragt Direktor Wolfgang Hörmann von der HTL Karlstein. „Eine Schülerin bzw. ein Schüler kostet pro Jahr etwas mehr als 12.000 Euro, das bedeutet also 60.000 Euro, wenn sie/er die Schule verlässt. Das WIFO hat errechnet, dass mit der Arbeitsleistung und den steuerlichen Abgaben ein junger Ingenieur rund 20.000 Euro einbringt, womit die Ausbildungskosten nach spätestens drei Jahren reingespielt sind.“ – „Und mit 22 Jahren gehen die Ingenieure sicher noch nicht in Pension“, fügt er schmunzelnd hinzu.

Seinen Schulstandort im Waldviertel empfindet Direktor Hörmann keineswegs als Nachteil, gäbe es doch zahlreiche Betriebe in der Region und es zähle das Angebot. Mit Bildungsreisen in den Raum Dresden oder in die Nordschweiz nach Basel und Schaffhausen erhielten die Schüler der Uhrentechnik enorm wichtige Einblicke in ihre spätere Arbeit. Wolfgang Hörmann ist überzeugt. „In Niederösterreich sind die Höheren Technischen Lehranstalten wie Leuchttürme und die Abstände zueinander ausreichend. Unser Schultyp ist einzigartig oder wie es der Vorstandsvorsitzende eines Weltmarktführers einmal in Richtung von Bildungsverantwortlichen zum Ausdruck brachte: HTL, don’t touch! Be proud, they are the best we have!“

Facts & Figures:
Die technischen Schulen in NÖ sind durch ein breit gefächertes Ausbildungsangebot gekennzeichnet, welches alle wesentlichen Bereiche der gewerblichen und industriellen Technik abdeckt und den jungen Menschen eine Ausbildungswahl entsprechend ihrer Interessen erlaubt:

  • Höhere Technische Lehranstalten (HTL): 5-jährige Ausbildungsdauer, Abschluss mit Reife- und Diplomprüfung
  • Technische Fachschulen: 4-jährige Ausbildungsdauer mit Abschlussprüfung
  • Technische Kollegs: 4-semestrige Ausbildungsdauer für Absolvent/innen eines Gymnasiums bzw. Personen mit Berufsreifeprüfung, Abschluss mit Diplomprüfung
  • Technische Aufbaulehrgänge: 4-semestrige Ausbildungsdauer, für Absolvent/innen einer Technischen Fachschule, Abschluss mit Reife- und Diplomprüfung
  • Höhere Technische Lehranstalten für Berufstätige: 8-semestrige Ausbildungsdauer, Abschluss mit Reife- und Diplomprüfung, 3 Fachrichtungen
  • Werkmeister- und Meisterschulen
In Niederösterreich gibt es 14 Schulen an 16 Standorten mit HTL, Technischer Fachschule, Kolleg, Aufbaulehrgang, Meisterschule in jeweils unterschiedlicher Konfiguration.
Die Fachrichtungen: Maschinenbau, Elektrotechnik, Elektronik, Bautechnik, Holztechnik, Innenarchitektur, Gebäudetechnik, Informatik, Informationstechnologie, Lebensmitteltechnologie, Biomedizin und Gesundheitstechnik, Mechatronik, Wirtschaftsingenieure, Präzisions- und Uhrentechnik, Flugtechnik, Umwelttechnik und Design.

Weitere Informationen:https://htlnoeschule.jimdo.com

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Kontakt

Mag. Natascha Deák
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